Samstag, 21. März 2009

Immer noch Winter

Ja, wir haben schon lange nichts mehr geschrieben. Und das liegt nicht nur daran, dass wir so wenige Rückmeldungen zu diesem Blog bekommen ;-) sondern auch daran, dass wir beide eine Zeit lang verreist waren und daran, dass hier eben auch ein gewisser Alltag eingekehrt ist. Es gibt auch insofern nichts zu berichten, als hier weiterhin tiefster Winter ist, von Frühling keine Spur. Also, Winter, Martin hat neulich im serbischen Skiort Kopaonik den Sohn von Lukaschenko beim Skifahren lernen gesehen. Falls das jemanden interessiert.
Loipe-Kopaonik
Die Loipen sind nicht gespurt und werden von Scootern missbraucht
Baumfiguren
Schneefiguren - verschneite Bäume am Pistenrand

Dienstag, 24. Februar 2009

Unabhängigkeitstag

Letzte Woche feierte die albanische Bevölkerung ein Jahr Unabhängigkeitstag. Auch wenn die Unabhängigkeit nicht so umfassend ist wie von vielen erhofft wurde groß gefeiert.
1. Unabhängigkeitstag Autokorso
Fahnen (kosovarische, albanische, US-amerikanische), kleine Volkstanzgruppen, eine große Bühne in der Fußgängerzone und vor allem viele Menschen. Und kaum Alkohol: Der einzige Bierstand der lokalen Brauerei Peja macht kein großes Geschäft. Obwohl die meisten Menschen den islamischen Glauben kaum praktizieren trinken viele Menschen keinen oder nur wenig Alkohol.
Unabhängigkeitstag auf der Nene Tereze
Kinder mit albanischer Nationalvorführung
Neben Skenderbeg ist Mutter Theresa, nach der die verkehrsberuhigte Straße im Zentrum Prishtinas benannt ist, eine wichtige albanische Integrationsfigur, sie wurde in Skopje geboren.
Mutter Theresa feiert Unabhängigkeit mit Kindern
Leider enden viele der Westen mit der Flagge, die an Schulkinder ausgegeben wurden als große Müllhaufen auf dem Boden.
Endstation der Westen mit der Flagge für Schulkinder.

Montag, 16. Februar 2009

Kullas

Sie sehen aus wie aus dem Mittelalter, tatsächlich stammen die meisten aber aus dem späten 18. Jahrhundert bis Mitte des 19. Jahrhunderts. Sie wurden vor allem im Westkosovo in unstabilen und unsicheren Zeiten gebaut. Die wenigen Fenster weisen auf ihre Funktion hin: Unten wurden in Krisenzeiten das Vieh untergebracht, in der Mitte gelebt und oben befindet sich die oda e burrave, der Versammlungsraum der Männer.
Das albanische Wort Kulla kommt vom türkischen Wort "Turm" und so sehen sie auch aus:
Kulla-restauriert

Im historischen Dranoc nahe der Grenze zu Albanien, die Gassen sind eng und von hohen Mauern umgeben, die die Wohnbereiche der Familien abgrenzen.
Kulla-Gasse

In die Oda dürfen traditionell nur die Männer rein. Im restaurierten Kulla dürfen Touristinnen auch Fotos machen :-)
Oda-Eingang1

In der Mitte des Raumes ist ein Ofen, auf dem der Kaffee zubereitet wird. Die Sitzordnung in der Oda ist streng hierarchisch geregelt, das Familienoberhaupt sitzt links vom Feuer, an dem auch die Zigaretten angezündet werden ("Ein Kaffee ohne Zigarette ist wie ein Türke ohne Glaube").
Oda-Raum-
Tassen - stets auf Gäste vorbereitet! Die Männer auf den Bildern sind im Kosovo-Krieg gefallen.
Tassen-und-Bilder-im-Oda

Freitag, 13. Februar 2009

Shkup

"Ihr wart ihn Skopje? In welchem Supermarkt wart ihr?"
Die Internationals in Prishtina nutzen einen Ausflug nach Skopje nicht nur, um ihre serbisches Visum zu erneuern, sondern auch, um mal wieder richtig "fast wie zuhause" einzkaufen zu gehen.
Viel interessanter ist der Basar in Shkup - Skopje ist nämlich aucheine alte albanische Stadt und es gibt auch eine türkische Minderheit. Auf dem großen Basar sind alle Händler Albaner. Größere Einkäufe kann man sich bequem nach hause fahren lassen. 2009-01-09-Skopje-Lastenraeder
In Skopje gibt es auch die größte Roma-Sielung Europas. 30.000 Menschen wohnen in Shutka. Engegen der Warnungen des Vermieters unserer Gastgeberin sind wir in der Siedlung von niemandem um Geld gefragt worden. Auch dort gibt es einen großen Basar, auf dem vor allem Klamotten sehr günstig zu finden sind. In Shutka wächst neben ärmlichen Häusern und einer ganzen Menge Müll eine Moschee (anscheinend von Wahabiten, da zwei Minarette), die wie ein Fremdkörper wirkt. Zur Vorgeschichte gehört das Kreuz, das zwischen den beiden Minaretttürmen zu sehen ist. Es wurde von den christlichen Mazedoniern als riesiges Millenium-Kreuz über die Stadt gesetzt - auf dem Höhepunkt der gewaltsamen Auseinandersetzungen mit (muslimischen) Albanern.
Skopje-Kreuz-und-Minaret

Mittwoch, 4. Februar 2009

Nuk kuptoj

Zweimal die Woche haben wir Albanisch-Unterricht bei einer netten Kosovarin. Zusätzlich haben wir ein Lehrbuch der vereinheitlichten albanischen Schriftssprache, aus dem wir uns fleißig Vokabeln abfragen und uns duch die Grammatik mit ihren hunderttausend Ausnahmen wühlen.
Auf der Straße verstehen wir sehr wenig von dem was gesprochen wird, denn im Kosovo wird nicht Hochalbanisch (Tosk) sondern Geg gesprochen, ein Dialekt des Albanischen, der vor allem in der Zeit als Kosovo zu Yugoslawien gehörte und relativ offen war, Einflüsse aus dem Türkischen und Serbischen aufgenommen hat. Das richtige Albanisch wir d eben im Albanien gesprochen. (Erstaunlicherweise empfehlen uns die Kosovaren "richtiges"Albanisch zu lernen, ihre Sprache sei keine richtige Sprache.) Ursprünglich wurde Tosk hauptsächlich in Südalbanien gesprochen (aus der die meisten politischen Entscheidungsträger der Volksrepublik Albanien stammten).
Die ultrakommunistische Volksrepublik Albanien unter der Führung von Enver Hoxha war ab 1984 immer stärker von der Außenwelt abgeschottet. Kontakte zwischen der albanischen und kosovarischen Bevölkerung waren nicht möglich. In Albanien bemühte sich um "die Reinhaltung des Albanischen von äußeren Einflüssen".
Uns bleibt im Moment leider oft noch nichts weiter übrig, als mit "Nuk kuptoj" zu antworten, wenn wir auf Geg angesprochen werden.... Es ist wohl ungefähr so, wie wenn ein "Ausländer" in Flensburg Deutsch lernt und sich dann in Füssen mit den Menschen unterhalten will.

Mittwoch, 28. Januar 2009

M'iku Autobusi

Was heisst eigentlich "Ich habe den Bus verpasst" auf albanisch?
Gibt´s nicht! Man kann nur sagen "Der Bus ist abgefahren."

C´ka me bo? (Was soll man da machen?)

Das habe ich mich heute auch gefragt, als ich mir erst habe Wasser (in Flaschen zu kaufen, schmeckt besser als das Leitungswasser) aus dem unteren Stockwerk bringen lassen. Und dann - ich denk ich seh nicht recht - steht da auf dem Herd der Topf und kocht vor sich hin - mit Leitungswasser. Und die Trinkwasserflasche steht daneben. So ist das eben, wenn einem manche Dinge einfach so passieren. C'ka me bo?

Montag, 26. Januar 2009

Hoppe hoppe Reiter...

... er fiel zwar aber wir haben ihn nicht gehört, weil er sich leichtsinnigerweise von unserer Reitgruppe entfernt hatte. Ja, wir waren reiten, und zwar auf dem Amselfeld (Ihr wisst ja, die Schlacht von 1389), zuletzt ganz in der Tradition als Panzerübungsgelände genutzt. Die "Ranch" hat ein paar eigene Pferde, ein paar Gastpferde und bietet bald auch therapeutisches reiten an. Wir sind übrigens nicht wie unser Mitreiter vom Pferd gefallen, weder von "Joker" noch von "Kitra", an der Eleganz können wir aber sicher noch arbeiten - vor allem beim Trab. Der unglückliche Mitreiter, dem "das Pferd im Schnee unter dem Hintern weggerutscht ist", der also keineswegs herunterfiel, hat übrigens Glück gehabt, er war nur sehr dreckig.
Reiter
Für Berni!
Reiterin

Sonntag, 25. Januar 2009

Brezovice zwei

Unser erster Besuch in Brezovice, Kosovos meist besuchtes Skigebiet, war wie berichtet (14.12.08) kein so großer Erfolg. Letzten Samstag haben wir einen zweiten Anlauf genommen. Ausgerüstet mit Langlaufski und Informationen aus dem Reiseführer sind wir zunächst dem tollkühnen Anfänger mit Jeans überrascht worden (vor dem der Reiseführer warnt) und dann mit tollem Schnee und wunderbaren Ausblicken belohnt worden. Langlaufen war leider nicht möglich, stattdessen sind wir mit einem der funktionierenden Lifts zur "Bergstation" gefahren.
Anschließend sind wir auf den Berg gegenüger dem Skigebiet gestiegen.

Mehr Fotos sind im Album und noch mehr im Flickr-Album rechts!

Talstation
Blick auf die Talstation

Alter-Lift-Station
Nicht alle Lifte sind in Betrieb

Pipfeloto
Etwas verdeckt: Unsere Ski, die mit auf den Gipfel getragen wurden.

Aktuelle Beiträge

Blick vom Balkon
Sarah steht manchmal früh auf, das gute daran ist,...
spack - 12. Mai, 20:15
Taga za Yug
Taga za Yug - "Sehnsucht nach dem Süden" - ist der...
spack - 12. Mai, 20:07

Flickr Album

www.flickr.com

Kosovo News

User Status

Du bist nicht angemeldet.

Suche

 

Status

Online seit 6479 Tagen
Zuletzt aktualisiert: 12. Mai, 20:15

Credits


Profil
Abmelden
Weblog abonnieren