68 Cent pro Liter
Auch wenn ich diesen Beitrag erst später hochladen kann, ich sitze gerade im Nachtbus von Prishtina nach Wien. Wir sind von Prishtina über Mitrovica durch den serbisch dominierten Nordkosovo bis zur Grenze zwischen dem Kosovo und Serbien gefahren. Kurz vor der Grenze hat unser Bus getankt und ich konnte das erleben, von dem ich erst heute Mittag im jüngsten Bericht der International Crisis Group über das Kosovo gelesen hatte: Da im Nordkosovo weder die kosovarische, noch die serbische noch sonst irgend eine Regierung so richtig die Kontrolle hat blühen der Schmuggel und verwandte Wirtschaftzweige. Auch Benzin ist deshalb besonders billig, es wird in einer in diesen Bereichen häufigen albanisch-serbischen Kooperation deutlich günstiger als im Kosovo und Serbien verkauft, gerne auch in Zwei- oder Fünfliter-Plastikflaschen, in denen zuvor Sonnenblumenöl war. Viele der Autos an der Tankstelle hatten keine Nummernschilder - da Polizei und Justiz im Nordkosovo kaum funktionieren braucht man das nicht. Der rechtsfreie Raum hat auch dazu geführt, dass der flüchtige Chef des serbischen Fußballverbandes vorgeschlagen hat, die nächste Versammlung seines Verbands im Nordkosovo abzuhalten - dort wird er sicher nicht belangt...

spack - 2. Okt, 22:34
